China - EUCA European Carpet-Importers Association e.V.

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China

Wissenswertes
 

In Europa spät entdeckt:
Knüpfteppichkunst aus dem Land des Lächelns.
Erstaunlicherweise ist die chinesische Teppichknüpferei mit ihrer jahrhundertealten Tradition auf dem deutschen Teppichmarkt eher unterrepräsentiert. Dies ist umso erstaunlicher, da ihre Qualität generell nicht hinter den Stücken anderer Länder zurücksteht. Die Ursache hierfür liegt in der jüngeren Geschichte des drittgrößten Landes der Erde versteckt - ebenso wie in der Geschichte des Orientteppichs.


Viel Konkurrenz auf dem Handelsweg

Der Grund für die mangelnde Präsenz chinesischer Teppichkunst im Europa des 18. Und 19. Jh. hatte zwei Ursachen: erstens war der Handelsweg weit und mit hohen Risiken behaftet, und zweitens führte er durch Länder, die selbst ein wirtschaftliches Interesse am Export ihrer Stücke hatten. In Verbindung mit der zunehmenden politischen Abschottung des Landes seit Ende des zweiten Weltkrieges hatte das zur Folge, das zu Beginn der achtziger Jahre nur 2 1/2 Prozent aller nach Deutschland importierten Knüpfteppiche aus dem Reich der Mitte kamen - und das bei einem Land, dessen Knüpftradition bis ins 8. Jh. nach Chr. zurückreicht. In anderen Ländern lagen die Importzahlen 1981 da bereits wesentlich höher: in Schweden waren es 42, in Großbritannien 34 und in den USA 27 Prozent. Die USA waren es auch, die in den zwanziger den ersten ausländischen Einfluß auf die Ornamentik chinesischer Teppiche hatten, gefolgt von Frankreich mit seinen klassischen Mustern.

Ein weiteres, erstaunliches Phänomen in der Geschichte chinesischer Teppichknüpfkunst: Obwohl China seit jeher als Land der Seide gilt, tauchten die ersten Seidenteppiche erst seit dem 18. Jh. Auf. Diese Stücke sind sehr selten und gelten heute unter Liebhabern als ausgemachte Raritäten.

Vom Alltagsobjekt zur Rarität.

Eine der frühesten Zeugen chinesischer Knüpfkunst sind die Filzteppiche der Tang-Epoche, die vermutlich im 8. Jh. n. Chr. geschaffen worden und heute in Shosoin (Japan) zu finden sind. Weiterhin bekannt sind mongolische Teppiche aus dem 13. Jh. Eine Blüte erlebte die chinesische Knüpfkunst im 17. Und 18. Jh., als sie erstmals von den damaligen Kaisern offiziell gefördert wurde.
Hauptmaterial war damals mongolische Wolle, die Motive wiesen Ähnlichkeiten mit den Töpferarbeiten des Landes auf. Ebenso fand der Symbolismus der damaligen chinesischen Malerei seinen Einfluß. Die Datierung dieser alten Stücke ist heute oftmals schwierig, da sich Muster und Farbe im Lauf der Zeit kaum verändert haben. Die alten Stücke sind meistens eher von kleinem Format und wurden im Alltag als Wandschmuck, Schmuckdecke, Sitzkissen und Satteldecke verwandt.

Der Chinateppich heute: die Dessins.

Es herrschen heute vier Dessingruppen vor:
Peking-Dessin:

Traditionelle Ornamentik wie Drachen, weiteren Tiermotiven, Vasen etc. Sie machen die Herkunft des Teppichs auf den ersten Blick erkennbar.
Ästhetisches Dessin:

Blumenmotive mit monochromen Hintergrund, dem französischen Aubusson-Dessinvorbild nachempfunden.
Florales Dessin:

Blumen oder auch Bambusmotive in den Teppichecken kennzeichnen diese Dessinlinie.
Ton-in-Ton-Dessin:

Reliefartige Linien heben traditionelle Muster und Motive hervor. Antik finished Dessin: Eine Besonderheit - Nachknüpfungen antiker Motive, die durch eine besondere Waschart künstlich "altern".

Chinas Teppichproduktion heute.

Chinas Knüpfteppiche werden in staatlichen Manufakturen von Hand produziert und zentral in die westlichen Länder exportiert. Die Manufakturen sind über das ganze Land verteilt. Zu den vorherrschenden Herstellungsstädten und -regionen gehören unter anderem Peking, Kanton, Kansu, Khotan und Kashgar. Seit der Eingliederung Tibets in die chinesische VR findet man nun auch Tibeter-Teppiche im Exportangebot vor. Sie werden via China exportiert und sind zur Zeit noch sehr selten.

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